Tumore werden bei Marcumar-Anwendern schneller entdeckt

Dr. med. Frank BeckerEinen wichtigen Vorteil haben herzkranke Menschen, wenn sie etwa wegen einer Herzklappe das gerinnungshemmende Medikament Marcumar einnehmen müssen: bestimmte Tumore werden schneller entdeckt, weil heftige Blutungen den Patienten zum Arzt treiben. Darauf hat der Herzberger Urologe Dr. Frank Becker während eines Vortrages beim 6. Lauterberger Patiententreffen der Kirchberg-Klinik hingewiesen. Rund 200 ehemalige Patienten der Klinik waren der Einladung zur Fortbildungsveranstaltung ins Haus des Gastes gefolgt.

Der Gastreferent stellte die Besonderheiten des Marcumarpatienten beim Urologen heraus. Entzündungen an der Blase, der Harnröhre, der Nieren oder der Prostata können Blutungen auslösen, die wegen der Gerinnungshemmung deutlicher ausfallen. Gleiches gilt für Steinerkrankungen. Selbst glatte Steine, die ein Betroffener selbst nicht bemerkt, können Blutungen auslösen, die sehr deutlich und deshalb beunruhigend wirken. Immer sei eine genaue Untersuchung beim Urologen angebracht, erläuterte Becker, denn die Ursache müsse klar sein, bevor man die Blutung behandeln kann. Bei Marcumar-Anwendern ist häufiger als bei anderen Patienten ein Klinikaufenthalt nötig, um die Blutung zu stoppen.

Als Diagnostik kommen etwa die Urinuntersuchung, die Untersuchung mit Ultraschall und schließlich das Röntgen in Frage. Bei der mikroskopischen oder der chemischen Untersuchung sei eindeutig festzustellen, ob der Urin etwa nach dem Verzehr von roter Beete verfärbt ist oder von Blut. Auch sehr schonend für den Patienten sei die Ultraschall-Untersuchung, erläuterte der Facharzt. Große Einblicke lasse diese Diagnosemöglichkeit zu.

Dr. Frank BeckerManchmal ist auch eine Röntgenuntersuchung oder eine Blasenspiegelung nötig, um festzustellen, woher die Blutung genau kommt. Nur so könne man auch feststellen, ob die Ursache etwa ein Tumor sei. Bei Marcumar-Anwendern sei dabei auf  die Dosierung des Gerinnungshemmers zu achten.

Schließlich ging der Facharzt auf die Behandlung von Potenzstörungen ein. Außer Tabletten seien für Marcumar-Anwender alle bekannten Methoden tabu, weil sie alle ein hohes Risiko bedeuteten. Neben Viagra komme das Medikament Apomorphin in Frage.
 

In einem weiteren Vortrag ging Oberärztin Dr. Barbara Bialucha-Nebel auf die Schmerztherapie bei Marcumar-Patienten ein.
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